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Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung



Halbtagsgrundschule, 3. Preis

Astrid-Lindgren-Schule, Rosenheim

Rundum gesund: Ganzheitliche Gesundheitsförderung steht in der Astrid-Lindgren-Schule nicht nur auf dem Programm, sondern wird Tag für Tag im Schulalltag umgesetzt. Durch ein vielfältiges Bewegungsangebot, durch Anregungen für eine gesunde Ernährung und durch gewaltfreie Kommunikation, wie etwa durch die Verwendung der „Giraffensprache“.

Einige Schülerinnen und Schüler der Astrid-Lindgren-Schule haben von ihren Eltern nicht gelernt, wie man sich gesund ernährt, wie wichtig Bewegung ist oder wie man gewaltfrei kommuniziert. Häufig kommen die Kinder mit ungesunder Pausenverpflegung in die Schule, manche auch ganz ohne Pausenbrot. Daher lernen hier schon die Jüngsten viel über die Bedeutung gesunder Ernährung: „Wer ungesunde Sachen isst, wird krank und kann dann nicht zur Schule kommen“, meint eine Erstklässlerin treffend.

Viele Kinder mit Hölzern in der Hand stehen vor großen bunten Gymnastikbällen.

Fit am Ball

Um die Gesundheit ihrer Schülerinnen und Schüler zu verbessern, setzt Schulleiterin Inge Thaler auf Teamwork. Jeder soll seine Ideen einbringen, vom Hausmeister über die Sekretärin bis zu den Lehrkräften. Nicht zu vergessen die Eltern, die die Schule gern noch mehr am Schulalltag beteiligen würde. Über Aktivitäten wie Sport- und Schulfeste und durch aktive Teilnahme der Schule an Veranstaltungen der Stadt wie „Deutschland bewegt sich“ und dem „Rosenheimer City-Lauf“ versucht die Astrid-Lindgren-Grundschule die Eltern verstärkt zu erreichen. So konnten viele von ihnen auch für die Teilnahme der Schule am „Fit am Ball-Guinnesslauf“ begeistert werden.
Einmal jährlich organisiert die Schule einen Sportelternabend mit dem Ziel, den veränderten Schulsport vorzustellen. Hier funktioniert die Elternbeteiligung: Diese Abende sind beliebt und entsprechend gut besucht. Die Elternvertretung der Astrid-Lindgren-Grundschule ist im Elternbeirat organisiert. Sie unterstützt auch Schulfeste oder Schulausflüge. Von der Schulsozialarbeiterin werden Erziehungsberatung und Elterngespräche angeboten.
Die verschiedenen Schwerpunkte der Gesundheitsförderung werden vom gesamten Schulkollegium höchst engagiert mitgetragen. Die Initiative geht nicht nur von der Schulleitung aus, sondern findet unter breiter Beteiligung der Lehrkräfte statt. Auch die Vernetzung und die Kooperationspartnerschaften der Schule stehen auf einer soliden Grundlage. Es bestehen Kooperationen mit Sportvereinen, dem Gesundheitsamt, der Verbraucherzentrale Bayern sowie dem Verein pro Arbeit Rosenheim e.V.

Ein Kind beißt im Klassenzimmer in ein Pausenbrot.

Ernährungsführerschein und Brotdosen-Check

Der Themenschwerpunkt Ernährung wird von der Astrid- Lindgren-Schule sehr ernst genommen und gut umgesetzt. Dadurch ist es gelungen, ein gesteigertes Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler für gesunde Ernährung zu schaffen. Die Schule gewährleistet mit ihrem Speisenangebot am Schulkiosk eine gesunde Pausenverpflegung für die Kinder. Hier werden neben ungesüßten Getränken auch belegte Vollkornbrote angeboten. In allen Klassenzimmern stehen Wasserkannen und Trinkbecher bereit. In den dritten Klassen wird der Schwerpunkt Ernährung auch in den Unterricht integriert: Die Schülerinnen und Schüler erhalten sechs Unterrichtseinheiten zum Thema Ernährung und erwerben im Anschluss den Ernährungsführerschein.
Dies wird ermöglicht durch die Verbraucherzentrale Bayern. Die Schülerinnen und Schüler lernen die Ernährungspyramide kennen, üben den sichereren Umgang mit einfachen Küchengeräten und entwickeln eine gemeinsame Esskultur. Sie dürfen auch selbst Mahlzeiten zubereiten, die sie im Anschluss an die Unterrichtsstunde gemeinsam verspeisen. Dadurch wird der Ernährungsunterricht zugleich eine Schulung in Sozialkompetenz.
Die Kinder arbeiten in Gruppen, müssen sich absprechen, wer welche Lebensmittel mitbringt und wer was zubereitet. Dabei lernen sie auch, ihre Absprachen einzuhalten – sonst verderben zu viele Köche den Brei.
Zusätzliche Lektionen in gesunder Ernährung erhalten die Kinder in der gemeinsamen Frühstückszeit. Beim Brotdosen-Check, der in einigen Klassen regelmäßig im Rahmen des „Voll in Form-Rennens“ stattfindet, werden die mitgebrachten Speisen besprochen: Die Kinder sitzen im Kreis und zeigen ihre Pausenverpflegung. Für eine gesunde Pausenverpflegung wie Obst, Gemüse, gesund belegte Vollkornbrote sowie ungesüßte Getränke erhalten die Kinder ein Sternchen. Kinder, die keine gesunden Pausenbrote dabeihaben oder gar ohne Verpflegung in den Unterricht kommen, dürfen sich am zurechtgeschnittenen Obst bedienen. Auch diese Schülerinnen und Schüler erhalten dann ein Sternchen. Bei dieser Maßnahme sollen die Essgewohnheiten der Schülerinnen und Schüler überprüft und nachhaltig verändert werden. Der positive Einfluss kann dann über die Kinder in das Elternhaus weitergegeben werden. Doch nicht nur die Kinder lernen vieles über gesunde Ernährung. Auch die Lehrerinnen und Lehrer bilden sich zum Thema Ernährung regelmäßig fort. Sie besuchen Veranstaltungen der AOK, der Volkshochschule sowie schulinterne Fortbildungen.

Ringen und Raufen erlaubt

Zwei Kinder gehen aufeinander los – und niemand unternimmt etwas! Was aussieht wie ein handgreiflicher Konflikt auf dem Schulhof, ist eine Trainingseinheit der AG „Ringen und Raufen“. Nach festgelegten Regeln führen die Kinder einen Wettkampf ähnlich dem Sumo-Ringen unter Anleitung älterer Schülerinnen und Schüler durch. Das ist nur eine von zahlreichen Sportarten, die hier angeboten werden, denn die Bewegungsförderung bildet einen besonderen Schwerpunkt der Schule. Der gesamte Schulalltag der Astrid-Lindgren-Schule ist aktiv gestaltet. Morgengymnastik, Bewegungsauszeiten, Bewegtes Lernen sowie ein breites Spektrum an Sportarbeitsgemeinschaften für den Nachmittag geben den Schülerinnen und Schülern viel Gelegenheit zur Bewegung. Für eine aktive Pause wurde auf dem Schulhof mit Hilfe von Sponsoren ein Fitness-Parcours installiert. Außerdem befindet sich dort ein Basketballplatz und eine Tischtennisplatte. Den Lehrerinnen und Lehrern war aufgefallen, dass viele Kinder träge und unbewegt aus dem Wochenende zurückkommen. Daher beginnt die Astrid-Lindgren-Schule die Unterrichtswoche am Montagmorgen mit einer 20-minütigen Gymnastikeinheit mit Musik für alle Schülerinnen und Schüler. Für alle Klassen sind im Wochenplan feste Bewegungspausen während des Unterrichts integriert. Diese Bewegungseinheiten dauern ca. eine Viertelstunde und sollen möglichst täglich durchgeführt werden, zum Beispiel kann Rock 'n' Roll getanzt werden. Weitere Bewegungsauszeiten sind „Ministomp“, „Drums Alive“ und verschiedene weitere Tänze. Informationsveranstaltungen und Fortbildungen der Landesstelle für den Schulsport unterstützen die Lehrkräfte in ihrer bewegungsfördernden Arbeit und schaffen neue Impulse.

Fit fürs Leben

Zur nachmittäglichen Bewegung steht ein breites Spektrum an Sportarbeitsgemeinschaften zur Verfügung: Fußball, Judo, Tanz, Kajak, Basketball, Schwimmen, Akrobatik. Diese Arbeitsgemeinschaften können nach Belieben und Interesse ausgewählt werden. In den Sportarbeitsgemeinschaften wird nicht nur Bewegung gefördert, sondern die in ihnen erfahrenen Erfolgserlebnisse stärken auch das Selbstbewusstsein der Kinder. Durch eine aktive Grundschulzeit sollen die Schülerinnen und Schüler so nachhaltig beeinflusst werden, dass Sport und Bewegung auch im späteren Alltag eingebunden sind. In Zusammenarbeit mit diversen Sportvereinen bietet die Astrid-Lindgren-Schule für ihre Schülerinnen und Schüler „Sport nach 1“ an. Die Übungsleiterinnen und Übungsleiter der Arbeitsgemeinschaften werden von den verschiedenen Sportvereinen gestellt, die im Gegenzug Räume von der Astrid-Lindgren-Schule zur Verfügung gestellt bekommen. In den klassischen „Sitzfächern“ wie Mathe, Englisch und Deutsch hilft den Kindern das bewegte Lernen bei der Konzentration: Bei dieser bewährten Methode werden Lernwörter, Gedichte und das Einmaleins mit Hilfe von Bewegungsstationen wie etwa dem Zahlenhüpffeld vermittelt und dadurch viel einprägsamer erlernt.

Respektbaum und Giraffensprache

Besondere Maßnahmen in der Psychosozialen Gesundheit werden mit dem Respektbaum und dem Sozialtraining umgesetzt, wobei die Wertevermittlung im Vordergrund steht. Im Verständnis der Astrid-Lindgren-Schule dienen die Maßnahmen einerseits zur Herausbildung von Selbstkompetenz und andererseits zur Herausbildung sozialer Umgangsformen. Der Respektbaum steht für ein wertschätzendes und respektvolles Miteinander. Für herausragend gutes Benehmen oder besonders höfliches und hilfsbereites Verhalten erhalten die Schülerinnen und Schüler vom Lehrerkollegium oder auch vom Hausmeister eine Respektkarte. Bei 20 erworbenen Respektkarten in einem Jahr wird das Foto des betreffenden Kindes in eines der bunten Herzen am Respektbaum geklebt. Wenn eine Gruppe von 18 Kindern in den Respektbaum aufgenommen worden ist, dürfen diese gemeinsam mit zwei Lehrkräften ihrer Wahl einen Ausflug machen. Respektkarten erhalten nicht nur die auffälligen Kinder, die sich sporadisch für ihre Verhältnisse besonders vorbildlich verhalten, sondern auch die Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig ein gutes soziales Miteinander pflegen.

In allen Klassen der Astrid-Lindgren-Schule Rosenheim findet das Sozialtraining mithilfe der Giraffen- und Wolfssprache statt. Die gutmütige Giraffe symbolisiert einen freundlichen Umgangston, der Wolf steht für aggressivere Töne. Ziel ist es, mit den Schülerinnen und Schülern spielerisch den Perspektivenwechsel zu üben und die Wahrnehmung der eigenen Gefühle und der Gefühle des anderen zu schulen. Das Sozialtraining wird von der Schulsozialarbeiterin durchgeführt. In ruhiger Atmosphäre spricht sie unter Einsatz der Handpuppen Giraffe und Wolf über Verhalten und Gefühle der Kinder: „Was sind für euch böse Wörter? Was ist ein fester Streit und was machst du dabei? Machst du es wie die Giraffe und drehst dich weg, um dich nicht provozieren zu lassen?“
Die Schulbibliothek gilt als Ruhezone. Auch auf dem Schulhof gibt es einen abgetrennten Ruhebereich, in dem nicht getobt werden darf. Anleitung zur Entspannung wird je nach Bedarf durchgeführt, etwa in Form von Traumreisen im Unterricht oder Massagen mit Igelbällen, die in allen Klassen zur Verfügung stehen. Das entspannt und schult die Körperwahrnehmung. Zum besseren sozialen Miteinander zwischen den verschiedenen Jahrgängen wird der Sportunterricht in zusammengelegten Klassen absolviert: Klasse 1 und 3, Klasse 2 und 4.
Diese Hospitationen werden stets gemeinsam von den jeweiligen Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern durchgeführt und dienen auch dem Team-Teaching. Die Lehrkräfte haben so die konkrete Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und voneinander zu lernen.

Astrid-Lindgren-Schule, Rosenheim
Adresse: Schulleitung Inge Thaler
Innsbrucker Straße 1, 83022 Rosenheim
E-Mail: als@rosenheim.de
Telefon: 08031 361951
Schüler: 260


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