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Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung



Fritz-Winter-Gesamtschule, Ahlen

In großen bunten Buchstaben steht der Name der Schule über dem Haupteingang. So vielfältig wie der aus vielen kleinen Mosaiksteinchen zusammengesetzte Schriftzug sind auch die Schule und ihr Programm zur Gesundheitsförderung – vom Courage-Team über das Mensaprojekt „Bildung is[s]t gut!“ bis hin zu täglichen Entspannungsübungen und dem Schulgartenprojekt „Oasenbau”.

„Wenn ich mein Kind einen ganzen Tag lang einer Einrichtung anvertraue, muss es sich dort auch wohl fühlen. Und genauso muss ich das Gefühl haben, dass es in der Schule gut aufgehoben ist“, formulieren die Eltern ihren Anspruch und fühlen sich in der Wahl der Fritz-Winter-Gesamtschule bestätigt. Obwohl die Schule mit 1265 Schülerinnen und Schülern zu den größeren Schulen gehört, ist die Atmosphäre ruhig und freundlich. Dass man sich nicht nur im hellen gepflegten Schulhaus wohl fühlen kann, sondern auch im Innenhof, ist auch den Schülerinnen und Schülern selbst zu verdanken. Zusammen mit einer Landschaftsgärtnerin schmiedeten sie Pläne für die Grünanlagen der Schule und setzten diese tatkräftig um. Hauptverantwortlich ist die Schülerfirma „Oasenbau“. Die Aktivitäten werden über die Ergänzungsstunden realisiert und durch Ganztagsangebote und Arbeitsgemeinschaften ergänzt. Heute kümmert sich der Kurs „Gartenbau- und Gartenkunst“ aus dem Wahlpflichtbereich um die Hecken, Wege und Blumen. Mit Gartenhandschuhen und Heckenscheren stutzen die Schülerinnen und Schüler gewissenhaft ihre Lavendelsträucher, es wird gejätet und gepflanzt. Die Blüten des Lavendelstrauchs werden getrocknet, zu Duftsäckchen verarbeitet und bei Schulfesten und zu anderen Gelegenheiten verkauft.

Gut beraten

Ob Streitschlichtung, Einzelberatung durch Sozialpädagoginnen oder das Lernberatungsbüro – den Schülerinnen und Schülern mit spezifischen Beratungsangeboten zur Seite zu stehen, gehört zu den Maximen der Fritz-Winter-Gesamtschule. Die Ausbildung zu Streitschlichterinnen und Streitschlichtern beginnt ab Klasse 9, ab Klasse 10 sind die Schlichterinnen und Schlichter dann aktiv im Einsatz. Die Ideen zur Gestaltung des eigens dafür eingerichteten Raums wurden im Streitschlichtungsunterricht gesammelt, diskutiert und gemeinsam umgesetzt. Die Schlichtungsgespräche finden an einem sechseckigen Tisch statt, bei dem jede Seite für eine Streitschlichterpartei steht. Ausgewertet wird das Gespräch nach dem Vier-Seiten-Modell (Vier-Ohren-Modell) von Friedemann Schulz von Thun, demzufolge jede Nachricht vier Aspekte enthält: Appell, Selbstauskunft, Sachebene, Beziehungsebene.

Bei Fragen oder Problemen hilft auch die Sozialpädagogin Karin Sander in ihrem Raum mit Einzelberatungen weiter und kooperiert dabei mit außerschulischen Hilfseinrichtungen. In den Frühstückspausen können sich die Kinder und Jugendlichen an ihrer Tür für Termine eintragen. Tatkräftige Unterstützung erhält sie mittlerweile durch eine zweite sozialpädagogische Kraft.

Die jahrgangsbezogenen Beratungskräfte im Lernberatungsbüro vermitteln Schülerinnen und Schüler, z.B. bei Schulmüdigkeit oder Leistungsdefiziten, in schulische Hilfsangebote (z.B. spezielles Training) oder an externe Partner und beraten auch Eltern intensiv.

In den Jahrgängen sieben und acht hat die Schule ein Peergroup-education-Modell etabliert. Schülerinnen und Schüler aus den Klassen sieben und acht werden im Rahmen einer AG im Bereich Kommunikation ausgebildet und engagieren sich anschließend im Courage-Team. Das Courage-Team steht Mitschülerinnen und Mitschülern zur Seite, die Probleme haben, z.B. im Umgang mit anderen Mitschülerinnen und Mitschülern. Ihr Gesprächsangebot hängt in den Klassen aus, aber sie gehen auch aktiv auf Schülerinnen und Schüler zu, wenn zu erkennen ist, dass es jemandem nicht gut geht, z.B. in Fällen von Mobbing. Das Team setzt sich oftmals aus Jugendlichen zusammen, die später in die Streitschlichtung übergehen. Die Fünftklässler werden bei der Eingewöhnung zudem durch ein Patensystem unterstützt.

Mit einer Sportprofilklasse und einer Kunstprofilklasse fördert die Fritz-Winter-Gesamtschule die besonderen Neigungen und Begabungen ihrer Schülerinnen und Schüler.

Entspannung im Unterricht

Die Köpfe ruhen in die Armbeugen gebettet vornüber auf dem Schreibtisch. Die Stifte liegen in ihren Etuis, die Brillen sind abgelegt und die Augen geschlossen. Mit ruhiger Stimme liest die Lehrerin in dem abgedunkelten Klassenraum eine Traumreisegeschichte vor. Entspannungstraining im Unterricht gehört auch zu den Angeboten der Fritz-Winter-Gesamtschule. Die Übungen helfen dabei, motorische Unruhe bei den Kindern und Jugendlichen abzubauen und Stress vorzubeugen. Alle Klassenlehrerinnen und -lehrer werden vor Übernahme einer neuen Klasse fünf dahingehend fortgebildet und setzen die Methoden im Projektunterricht „Wir werden eine Klasse“ sowie im regulären Unterricht regelmäßig ein.

Bildung is[s]t gut!

Im Projekt „Bildung is[s]t gut!“ wurde in der Fritz-Winter-Gesamtschule in den vergangenen zwei Jahren im Zusammenspiel von Eltern-, Lehrer- und Schülerschaft eine neue Mittagsverpflegung realisiert. Nach vielen Gesprächen mit unterschiedlichen Cateringanbietern wird das Essen nun täglich nach dem Cook-and-Chill-Prinzip zubereitet, d.h. in der Großküche wird zu 85 Prozent vorbereitet und anschließend in der Schule zubereitet und verfeinert. Die Kinder können frei zwischen sieben Stationen wählen. Zu den festen Stationen, die immer angeboten werden, zählt die Nudel-Station mit einer vegetarischen und einer fleischhaltigen Soße, die Wok-Station und die Salat-Bar. An der Frontcooking-station bereiten die Schülerinnen und Schüler in einem Wok täglich live vor den Augen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler mit frischen Zutaten ein gesundes und leckeres Gericht zu. Tagesgericht und Dessert wechseln täglich. Im Mensaraum stehen insgesamt 250 Essplätze zur Verfügung, an denen mehr als 500 Schülerinnen und Schüler in wechselnden Schichten ihr Mittagessen zu sich nehmen.

Jede Woche hat eine anderen Klasse der Fritz-Winter-Gesamtschule Mensadienst, aber auch viele Eltern helfen mit, sowohl bei der Zubereitung der Speisen als auch im Rahmen des Vereins „Ernährung – Bewegung – Gesundheit“, der das Mensakonzept initiiert hat und dauerhaft unterstützt. Auch der jeweilige Klassenlehrer oder die jeweilige Klassenlehrerin ist in die „Mensa-Woche“ einbezogen. Bevor die Schülerinnen, Schüler und Eltern zum ersten Mal Aufgaben in der Mensa übernehmen, werden sie durch eine Ökotrophologin geschult. Danach sind die Schülerinnen und Schüler für die Aufsicht des Mensaraums verantwortlich und unterstützen die Küche, indem sie bei der Ausgabe der Speisen helfen, die Geschirrrückgabe organisieren und sich darum kümmern, dass alles sauber bleibt.

Der Einlass zur Mensa wird ebenfalls von ihnen geregelt. Alle Besucherinnen und Besucher der Mensa zeigen am Eingang ihre Mensakarte (Chip-Karte), die über einen Handscanner registriert wird. Zweimal im Jahr findet ein Familienessen statt. Dazu werden alle Eltern an einem Samstag in die Mensa eingeladen und die Mütter und Väter dürfen ausprobieren, was ihre Kinder täglich in der Schule essen. So gelingt es der Schule, die Eltern für den Verein und das Mensakonzept zu gewinnen und am Schulalltag teilhaben zu lassen.

Wer morgens oder zwischendurch Hunger hat, kann sich im Café Öku(h) mit Bio-Milch und selbstbelegten Brötchenhälften versorgen. „Aber wenn ich was Süßes will, geh ich zum Schulkiosk …“, verrät ein Schüler kleinlaut – niemand is(s)t perfekt.

Zwei Tafelwasseranlagen in und außerhalb der Mensa versorgen die Schülerinnen und Schüler über den Tag kostenlos mit Wasser. Dabei haben es die Tafelwasseranlagen in sich. Die Durstigen können nicht nur zwischen verschiedenen Stufen von gekühltem und ungekühltem Wasser wählen, sondern auch selbst bestimmen, ob es viel oder wenig sprudeln soll. Neben jeder Trinkstation stehen zudem griffbereit kostenfrei frische Mehrwegbecher bereit. So wird Wassertrinken zu einem attraktiven Angebot – auch für Trinkmuffel.

Bewegungsoase

Nach der Stärkung in der Mensa können die Schülerinnen und Schüler während der Mittagspause in der „Spieloase“ Spielmaterialien ausleihen (verschiedene Spiele, Spielgeräte, Bälle usw.). Die Ausgabe der Spiele wird von der Schülerschaft selbst verwaltet und geregelt und von der Sozialpädagogin begleitet. Als Pfand für die Leihgabe wird der Schülerausweis abgegeben. Mehrere Tischgruppen für Gesellschaftsspiele, Kicker und Billardtische stehen bereit. Sollte sich eine Schülerin oder ein Schüler verletzen, werden die Schulsanitäter oder Schulsanitäterinnen gerufen. Diese haben ein Diensthandy, über das sie im Notfall immer erreichbar sind. Zusätzlich werden jüngere Schülerinnen und Schüler im AG-Bereich in Erster Hilfe geschult. Durch Kooperationen mit verschiedenen Sportvereinen werden ihnen weitere Sportangebote ermöglicht, z.B. Wasserski und Reiten.

Fit für den Beruf

In Kooperation mit dem ortsansässigen Verein „Keiner geht verloren e.V.“ werden an der Fritz-Winter-Gesamtschule Schülerinnen und Schüler der Klassen sieben bis zehn so unterstützt, dass sie nach Möglichkeit ihren Schulabschluss erreichen. Anschließend werden sie dabei begleitet, einen Ausbildungsplatz, Ferienjob oder ein Praktikum zu finden und erfolgreich abzuschließen. Um die Schülerinnen und Schüler zu motivieren und für verschiedene Berufsbilder zu interessieren, kommen an einigen Tagen ehrenamtliche Expertinnen und Experten in die Schule und berichten aus ihrer Berufspraxis. Auch Betriebsbesichtigungen gehören dazu.

Ein spezielles Förderangebot für Jugendliche, deren Abschluss besonders gefährdet ist bzw. die sonst keinen Abschluss mehr erhalten können, rundet an der Schule das breite Spektrum der Angebote zur ganzheitlichen Gesundheitsförderung ab: die BUS-Klasse (Betrieb und Schule). Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse besuchen die BUS-Klasse jeweils an drei Tagen pro Woche, die anderen zwei Tage verbringen sie in ihrem jeweiligen Betrieb.

Fritz-Winter-Gesamtschule Ahlen
Schulleitung: Alois Brinkkötter
Adresse: August-Kirchner-Str. 13, 59229 Ahlen
Website: www.fritz-winter-gesamtschule.de
E-Mail: info@fritz-winter-gesamtschule.de
Telefon: 02382 547050
Schülerinnen und Schüler: 1.265


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